Was von all den vielen heldenhaften Schlachtenerzählungen, von Morgarten, Sempach, den Burgunderkriegen und vielen mehr, die über Generationen erzählt wurden, stimmt wirklich? Was wurde in den Geschichtsbüchern geschönt oder infolge von mündlich tradierten Erinnerungen und Unklarheiten dann in patriotischem Übermut überschätzt und verdreht? Geht man diesen Geschichten wirklich auf den Grund, so zeigt sich sehr bald, dass zwischen Fakten und Mythen unterschieden werden muss. Dabei ist aber anzuerkennen, dass Mythen identitätsstiftend das Zusammengehörigkeitsgefühl – in Zeiten von Gefahren – gestärkt haben. In früheren Jahrhunderten stand die Abenteuerlust jedoch sehr oft über den Ansprüchen unseres Landes. Vom sagenhaften Rütlischwur 1291 bis zum Überleben im Zweiten Weltkrieg war es aber stets eine Balance zwischen Autonomie und Kooperation mit den europäischen Nachbarn, ob Fürsten, Könige, Generäle oder die Hitlerdiktatur – stets war es ein Wagnis und seit dem 19. Jahrhundert eine klare Überzeugung, die eigene Identität zu verteidigen. Noch heute glauben patriotisch gesinnte Nationalisten, die Schweiz müsse einen Kampf gegen fremde Mächte führen, namentlich gegen die EU. Ob das zielführend und zum Wohl unseres Landes ist, darüber schaffen diese drei Abende Klarheit und geben Zuversicht für die Zukunft der Schweiz. Dazu ist es entscheidend, auch die Frage der schweizerischen Demokratie – die über Jahrhundert eigentlich nicht existierte – kritisch zu hinterfragen.
Portrait von Henri Guisan © Schloss Chillon.
Termine
Di, 20.10.2026 | 19:30 - 21:00 UhrDi, 27.10.2026 | 19:30 - 21:00 Uhr
Di, 03.11.2026 | 19:30 - 21:00 Uhr
Ort:
Zimmer 2.4 (2. OG)
Junkholzschulhaus
Turmstrasse 2
5610 Wohlen
26-27-10-07