«Nie wieder!» lautete die Losung nach dem Zweiten Weltkrieg. Nie wieder dürften sich solche Greuel, ein solches Massenabschlachten von Menschen wiederholen. Aus dieser Erkenntnis heraus entstanden die Vereinten Nationen. Und mit der Zeit ein Regelwerk und Institutionen für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie sowie Abkommen zu Rüstungskontrolle und Abrüstung. Vieles von dem ist heute toter Buchstabe. Die Uno ist entscheidend geschwächt. Es wird wieder auf- und nicht länger abgerüstet.
Statt dem Prinzip «Recht vor Macht» gilt wieder «Macht vor Recht». Wer Macht hat, setzt sie durch, mitunter rücksichtlos. Krieg wird zunehmend wieder zur Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln und ist nicht länger ein Tabu. Selbst Uno-Vetomächte zetteln Waffengänge an, die in krassem Widerspruch stehen zum Völkerrecht. Unter dieser neuen Welt-Unordnung leiden nicht zuletzt kleinere Länder. Für sie ist eine auf Regeln und nicht auf militärischer Stärke basierende Weltordnung besonders wichtig. Das betrifft erst recht ein international hochvernetztes Land wie die Schweiz.
Fredy Gsteiger studierte Geschichte und Politikwissenschaften in Bern, St. Gallen, Laval und Montréal. Er arbeitete zunächst für den «Bund» und später als Auslandredaktor bei Radio SRF. Als langjähriger Korrespondent berichtete er unter anderem aus Paris und ist heute stellvertretender Chefredaktor von Radio SRF.
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