Im wirtschaftlichen Aufschwung der Schweiz der 1880-er Jahre boomte auch die Bauwirtschaft. Der neu entwickelte Portlandzement erfreute sich hoher Nachfrage. Grundlage der Zementherstellung ist Kalkstein und Mergel (ein Kalk/Ton-Gemisch). Im Januar 1892 entdeckte man diese Rohstoffe auch im Ehrendinger Boden an der Lägern (Effingermergel und Kalkstein). Drei Ehrendinger Pioniere gründeten darauf die "Cementfabrik Lägern". Schon im Frühjahr 1893 war die riesige Anlage mit drei runden, zweistöckigen Zementöfen in Betrieb. Seit 1896 besorgte eine Schwebebahn den Transport der Steinkohle ab Bahnhof Niederweningen. In umgekehrter Richtung fand das Zement-Produkt den Weg zur Verladestation. Die Fabrik beschäftigte bis zu 400 Arbeiter, vorwiegend Fremdarbeiter aus Italien, Tschechien und Deutschland. Der Vortrag beleuchtet anhand von reichhaltigem, gezielt recherchiertem Bildmaterial die wirtschaftlich-soziale Situation und die Wohnverhältnisse der Arbeiter in einem Dorf von 500 Einwohnern sowie das eigens eingeführte Fabrikgeld; auch von Streik und Unfällen ist die Rede. Schliesslich mündet die Geschichte in die rapide Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und die Gründe für den Konkurs, nur zehn Jahre nach der Eröffnung.
Am 22. Mai 1905 besiegelte das Militär mit einer Sprengübung das Schicksal des Fabrikgebäudes.
Abschliessend wird über die weitere Entwicklung des Areals berichtet, über einen Umweltskandal sowie über die heutige Lage als geschätztes Naturschutz- und Erholungsgebiet.
Vortrag vom Ehrendinger Chronisten und Lokalhistoriker Claudio Eckmann
Termine
Mo, 17.11.2025 | 19:00 - 21:00 UhrOrt:
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